Vom Segen kirchlicher Partnerschaften

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Sammelt Euch Schätze im Himmel

Pastor Helmut Reier, von 1977 bis 2005 Pastor in Othmarschen, stellt seine Betrachtungen zum Thema unter das Jesus Wort aus dem Matthäus-Evangelium (6, 20: Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen). Die eindrücklichen Erfahrungen zu Beginn seiner Pastorentätigkeit 1972, als er mit einer Gruppe aus seiner Lübecker Gemeinde in Ostberlin im Paulinum, einer Ausbildungsstätte für Pastoren, Kontakte zu Pastoren knüpfte, die in der DDR unter ungleich schwierigeren Bedingungen ihren Dienst zu tun hatten, ließen ihn nicht los. Aus den Kontakten wurden auch private Freundschaften. So wurde Pastor Wolfgang Rein, jetzt in Neuruppin, Patenonkel von Tochter Christina. Auch die weiteren Kinder bekamen jeweils einen Patenonkel oder Patentante von jenseits der Grenze. Folgerichtig war es, dass Helmut Reier, als er 1977 nach Othmarschen kam, Verantwortung für die Kirchenkreispartnerschaft Altona ­- Barth in Pommern übernahm.

Das Wort aus dem  Galater-Brief (6,2) „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ war Leitmotiv.

Unser Glaube springt über Mauern

Es war zu Zeiten des Eisernen Vorhangs für die dortigen Christen eine bedrängende und „böse Zeit“ (Epheser 5,16). Auch wenn der Eiserne Vorhang gefallen ist und es uns sehr gut geht, ist es doch gut, sich an diese Zeiten zu erinnern und über die da-mals unter großen Schwierigkeiten geknüpften Partnerschaften zu erzählen. Sie waren ein Versuch, den Eisernen Vorhang mit unserem Glauben zu durchlöchern,  wie es in Psalm  30 heißt:  „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“

Partnerschaft mit Barth in Vorpommern

Die Partnerschaft Altona - Barth bestand schon seit Jahren in einer Begegnung über den ersten Mai: vier Tage menschlicher Austausch und Unterstützung, Bibelarbeit und Andacht, Orgelkonzert in der großen Kirche, Ausflüge nach Stralsund oder Rügen … Trotz offiziell bestehendem absolutem Verbot initiierte Pastor Reier Jugendbegegnungen in einem leeren Pastorat in Alte Fähr auf Rügen. Jugendliche aus Othmarschen schrubbten im Sommer Böden und Wände der gotischen Kirche in Starkow, die nicht mehr im Aufbauprogramm stand - heute schön restauriert. „Die Bibelarbeiten dort, das prägt ganz anders als bei uns!“

Ein Thema einer Begegnung hieß: „Kirche als rettende Insel“. Eine Abteilungsleiterin in einem großen Kaufhaus hatte sich zur Kirche geflüchtet. Sie hatte ihre Mitarbeiter politisch indoktrinieren müssen - und das nicht mehr ausgehalten. Menschen retteten sich auf die  „Insel Kirche“. Geselligkeit kam nicht zu kurz, Fasching wurde feiert - gelöste Stimmung in aller Unterdrückung. Freundschaften entstanden - zwischen Helmut und Renate Reier zu Superintendent Dr. Nixdorf und Pastor Kunsch und Familie - Gottfried Sievers, langjähriges Mitglied  unseres Kirchenvorstands (jetzt Kirchengemeinderat) und Familie zum Kirchenmusiker Emil Handke und Familie.

Ganz handfeste praktische Hilfe war möglich: eine Aufzugsanlage für den Turm der Barther Kirche. Schutt der Jahrhunderte, acht Lastwagen voll, hoch oben über den Gewölben konnte abtransportiert werden. Fast schon zum Sport entwickelte sich der psychologische Krieg gegen die Grenzer, um Schaukästen für die Barther Gemeinde dorthin zu schmuggeln. Schließlich fragte der kommunistische Bürgermeister, ob er nicht auch einen Schaukasten kriegen könnte.

Partnerschaft der Kirchenmusik

1986 fuhren zum ersten Mal  4 Chormitglieder der Bach-Kantorei der Christuskirche Othmarschen zu einem Chorkonzert des Barther Singkreises und haben mitgesun-gen. In den Folgejahren setzte sich das fort, wobei nach außen niemals auf die Mitwirkung von Hamburgern im Chor hingewiesen wurde. Es hatte einen gewissen konspirativen Charakter. 1989 war man in Barth schon mutiger. Eine 20-köpfige Delegation konnte zum Konzert am 19.September anreisen. Es standen die Bach-Kantate Nr. 12 und das Mozart-Requiem auf dem Programm, die Werke, die im März des Jahres in der Christuskirche aufgeführt worden waren. Das Konzert im September war eigenartig geprägt davon, dass das nahe bevorstehende Ende der DDR schon erahnt werden konnte, dass aber noch Unsicherheit und Angst bestand, ob alles zu einem guten Ende kommen würde. Für sein Abschiedskonzert am 17. November 2012  hat Emil Handke in Erinnerung an das damalige denkwürdige Konzert am 19.September 1989 das Mozart-Requiem ausgewählt und wieder haben Sängerinnen und Sänger aus der Othmarscher Bach-Kantorei dabei mitgewirkt.

Nach der Wende sang der Barther Singkreis in Konzerten in Othmarschen und die Bach-Kantorei unserer Gemeinde mehrfach in Barth. Ein großes Erlebnis waren die Aufführungen der großen Messe c-moll von W.A. Mozart unter dem früheren Othmarscher Kantor Karl-Günter Scheibe erst in Othmarschen und eine Woche später in Barth. Gemeinschaftsprojekte mit Händels Messias 1996 und noch einmal 2007 schlossen sich an.

Anfänge in den baltischen Kirchen – ein Arbeitskreis in Nordelbien

Zum 800-jährigen Jubiläum von Bischof Meinhard, der im Jahr 1186 mit Lübecker Kaufleuten vom Kloster Segeberg  aufgebrochen war, um die Düna aufzusegeln   und dort seine Missionsarbeit zu beginnen, ohne Waffen „rein um des Evangeliums willen“, wie der Chronist berichtet - zum Jubiläum dieses ersten Bischofs von Riga fuhr 1986 eine Gruppe aus unserer Kirche zu den Feierlichkeiten. Erregt berichteten sie: alles Kirchliche sei immer noch verboten gewesen, aber mitten zwischen weltlicher Musik im Dom zu Riga habe ein Chor plötzlich kirchliche Werke gesungen. Endlich begann das Eis zu brechen.

Helmut Reier war mit Frau Renate 1982 mit einer kirchlichen Gruppe durch alle drei baltischen Länder gefahren. Auf der Reise erlebten sie noch sehr stark die kommunistische Unterdrückung kirchlicher Arbeit. Als Folge dieser Reise gründete er zusammen mit Frau Moritz aus Kiel und Bischof Stoll einen Arbeitskreis, in dem sich alle, die Gemeinden in den baltischen Kirchen besuchten, austauschen konnten. Reiseleitungen für etliche Reisegruppen schlossen sich an. Mut, Phantasie und Aus-tausch von Erfahrungen waren wichtig, um die Grenzkontrollen zu durchlöchern und notwendige Hilfsgüter durchzuschleusen.

Vikarsreisen zu den baltischen Kirchen

In Estland lernte Helmut Reier Pastor Jan Kiivit, Sohn des in der Ökumene berühmten ersten estnischen Erzbischofs, kennen.  Auf die Frage, was am Nötigsten zu tun sei,  antwortete Jaan Kiivit, der später in der Zeit der Unabhängigkeit zum Erzbischof gewählt wurde:  „Wir haben keine jungen Pastoren mehr. Wir brauchen Kontakte zu euren jungen Pastoren.“

So kam es in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Predigerseminas in Breklum Paul-Gerhardt von Hoerschelmann und dank einer im rechten Augenblick eingegangenen großzügigen Spende zur ersten Vikarsreise ins Baltikum vom 30.09.  bis 14.10.1988 (erst Tallinn und dann Riga). Die Bestrebungen nach Unabhängigkeit der baltischen Staaten hatten sich schon bemerkbar gemacht, die Perestroika bewirkte, dass im Fernsehen öffentlich über die Verbrechen in der Sowjet-Zeit von Zeugen berichtet werden durfte. Gerade während dieser ersten Vikarsreise fand das statt, sodass alle Straßen wie leergefegt waren.

Zeit des Umbruchs

Es waren bewegte Zeiten des Umbruchs. Die Nordelbische Kirche schloss einen Partnerschaftsvertrag mit den baltischen lutherischen Kirchen. 1980 hatte schon der Lutherische Weltbund entschieden, dass unsere Kirche an der Ostsee Mitverantwortung für die lutherische Kirche im Baltikum übernehmen möchte. Der Wandel zeichnete sich bereits 1989 bei der Amtseinführung von Erzbischof Gailitis im Rigaer Dom ab. Sein Vorgänger hatte in der Sowjet-Zeit gesagt: eine Fahne kommt mir in die Kirche nicht mehr hinein. Nun hing die lettische Nationalfahne riesengroß im Dom zu Riga.

Im Jahr der Befreiung – Konzert in Lettland

Nach der Wende wurden nun große Begegnungen möglich. Helmut Reier hatte Dietmar Schünicke, legendärer Chorleiter des Gymnasiums Christianeum in Flottbek, dafür gewinnen können, eine Chorreise zum Jahreswechsel 1991/1992 nach Riga zu wagen. Mit Chor, Orchester, Solisten und Betreuern waren es 332 Personen, eine gewaltige logistische Herausforderung mit der Planung von 7 Auftritten bei Konzerten und Gottesdiensten. Im Sommer 1991 während der Vorbereitungsreise schien das alles wieder in Gefahr. Das sowjetische Militär hatte gegen Gorbatschow geputscht, ein militärisches Eingreifen zur Niederschlagung der Unabhängigkeitsbestrebungen  schien bevorzustehen. Helmut Reier geriet auf der Fahrt zwischen Tallinn und Dorpat  mit seinem Wagen zwischen 230 Panzer. Am Abend des Tages dann die große Erleichterung: Das Militär hatte sich zurückgezogen - der Putsch war gescheitert. Abends in Riga die unbeschreibliche Freiheitsfeier der Letten.

„Dona nobis pacem…“ Krönungsmesse von Mozart und  „Jauchzet, frohlocket…“ Weihnachtsoratorium von J.S.Bach - sieben Konzerte und Gottesdienste von Riga bis Liepaja.

Aus dieser Chorreise ergaben sich Verbindungen zu lettischen Chören. Mehrfach war der Frauenchor „Dzintars“ aus Riga in Hamburg zu Gast und gab Konzerte in der Christuskirche wie auch in der benachbarten Melanchthon-Kirche.  Die Musikerin Ginta Petersone, die als Korrepetitorin des „Dzintars“-Chors begonnen  hatte, wurde Chorleiterin eines weltlichen Chors in Pinki bei Riga. Dieser Chor wurde unter ihrer Leitung quasi zu einem Kirchenchor und zur Keimzelle für den Wiederaufbau einer evangelisch.lutherischen Gemeinde in Pinki. Mit den Geldern, die durch Kollekten und Eintrittsgelder bei Konzertreisen in Deutschland eingenommen wurden, wurde zu einem großen Teil der Wiederaufbau der Kirche finanziert. Zuletzt gastierte der von Ginta Petersone geleitete Chor mit dem Namen „Atskana“ im Sommer 2005 aus  Anlass der Verabschiedung von Pastor Helmut Reier in den Ruhestand in Hamburg.

Partnerschaften in Lettland

Aus berufenem Munde hieß es, dass Partnerschaften mit Gemeinden in Lettland kaum möglich seien. Das Land sei zu stark russifiziert und zerrüttet. Fast alle Gemeindepartnerschaften  wurden in der Nordelbischen  Kirche nach Estland vermittelt. Helmut Reier, ermutigt durch die große Resonanz der Chorreise, ließ sich nicht abschrecken, weil er meinte, dass gerade dort die Hilfe besonders nötig sei.

Vom 21. bis 28.05.1992 brach eine Gemeindegruppe aus der Christuskirche Othmarschen mit 25 Personen nach Lettland auf, um eine Gemeindepartnerschaft zu beginnen. Zufällig saß im selben Flugzeug eine Gruppe aus Lübecker Gemeinden mit Propst Dr. Niels Hasselmann, die genau so entschieden hatten. Diese Lübecker Partnerschaften nach Lettland feierten 2012 ihr 20-jähriges Jubiläum.

Es entstanden bewegende menschliche Beziehungen zu den Gemeinden in Kemeri,  Pinki und zur deutschen Gemeinde in der Jesus-Kirche in Riga. Deren Mitglieder überwiegend in der Sowjetzeit aus Russland nach Riga gekommenen waren. Frau Maja Holtapples, die für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit für die Senioren in unserer Gemeinde mit dem Ansgar-Kreuz ausgezeichnet wurde, war Mitglied der Gemeindegruppe. Sie organisierte seit dieser Zeit die monatlich finanzielle Unterstützung der größtenteils mit nicht zum Leben reichenden Renten ausgestatteten alten Mitglieder der deutschen Gemeinde in Riga. Zum Hamburger Kirchentag 1995 kamen Mitarbeiter aus den Partnergemeinden zu uns nach Hamburg.

Zum Gemeindejubiläum unserer Partnergemeinde Kemeri/Jurmala hielt Helmut Reier im Festgottesdienst die Predigt in Anwesenheit von Erzbischof Vanags. Als Jubiläumsgeschenk der Christuskirchengemeinde  Othmarschen überreichten Stefan Feyerabend, auch einer der Teilnehmer der 1992-er Reise, und Helmut Reier  5.000,00 DM für die Reparatur der Kirche und ein neues Abendmahlsgerät. Stefan Feyerabend hat auf zahlreichen Fahrten über lange Jahre die Partnergemeinden und Mitarbeiter in der Telefonseelsorge besucht. Feste Beziehungen mit gegenseitigen Besuchen  unterhielt Stefan Feyerabend zu den lettischen Pastoren Ivars Jekabsons und Guntars Dimants. Der alte Pastor Amols, der in schwerster Zeit nur für seine Gemeinden gelebt hatte, konnte im Jahr 2000 frohe Tage anlässlich des 100-jährigen Gemeindejubiläums der Christuskirche Othmarschen bei uns in Hamburg erleben.

Dr. Heinz Adolf Treu aus unserer Gemeinde fand über die Reise 1992 den Weg wieder ins Baltikum. Sein Großvater als Pastor in Riga wurde 1918 erschossen und er wollte eigentlich danach nie wieder dorthin. Er war viele Jahre lang als Vorsitzender der deutsch-baltischen Landsmannschaft weltweit zu den verstreuten Gemeinden unterwegs und arbeitet jetzt im Vorstand von Domus Rigensis in Riga, einer Einrichtung, in der die schwierigen geschichtlichen deutsch-lettischen Verbindungen in partnerschaftlichem Geist aufgearbeitet werden.

Der Andreaskreis – weitere Begegnungen

Die Erfahrungen, die Helmut Reier mit seinen Begegnungen und Reisen ins Baltikum gemacht hat, wurden vertieft durch die aktive Teilnahme am Andreas-Kreis in Kassel/ Hannover. In den Zeiten des kalten Krieges entstand dieser Kreis mit seinem wich-tigen Erfahrungsaustausch. Bis heute werden hier Informationen zu aller kirchlichen Arbeit in Osteuropa gesammelt und weitergegeben. Prägend war die Begegnung mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie Burkhard Lieberg, dem Gründer des Andreas-kreises, für Estland und Claus von Aderkas für Lettland. Im Andreaskreis erhielt Helmut Reier auch Informationen zur Kirche der russlanddeutschen Lutheraner, deren erster Bischof Kalnins ursprünglich lettischer lutherischer Pastor war und in Riga seinen Bischofssitz hatte. Erst nach seinem Tod ist der Bischofssitz nach St. Petersburg verlegt worden. Mit Bischof Kalnins besuchte Helmut Reier lutherische Gemeinden in Kasachstan.

Ein Jugendsommercamp in Kurland – eine Kirche ersteht  wieder neu

Zur Zeit der Wende gab es nur noch alte Pastoren, kaum Jugendarbeit. Helmut Reier fuhr 1994 mit 14 Gruppenleitern aus der Christuskirche Othmarschen und zwei VW-Bussen voll mit Material für ein Jugendsommercamp nach Brizule bei Seme in Kurland. Inta Dischler, aus einer deutsch sprechenden Lehrerfamilie dort, übernahm die Organisation.

In 18 Jugendsommercamps mit bis zu 100 Personen von 1994 bis 2011 entstand eine junge Gemeinde. Die Christuskirche Othmarschen hat mit ihren Basargeldern und Spenden diese Arbeit getragen. Auch der Lions-Club Hamburg-Hansa hat mit erheblichen Mitteln geholfen.

Begeistert von den Gottesdiensten zum Abschluss des Sommercamps, von den Kindern und Jugendlichen gestaltet, beschloss der Kirchenvorstand der reformierten Gemeinde in Winterthur/Schweiz, die in der Nähe gelegene und zerstörte Kirche in Seme wieder aufzubauen. Ein Ergebnis unserer Jugendarbeit dort, von dem man nicht zu träumen gewagt hätte. Die nicht kleine Backsteinkirche, herrlich am Wald gelegen, ist heute eine der schönsten Kirchen Lettlands auf dem Lande.

Das 19. Jugendsommercamp nun in Lettgallen

Im Juni 2010 erlebte der 1977 von Helmut Reier gegründete Gesprächskreis für junge Erwachsene, „Gruppe 33“, die Schönheit Lettlands auf dem Lande. Sehr informative Gespräche konnten mit Pastoren und Repräsentanten Lettlands geführt werden und ergaben genaueren Einblick in die dortige Situation. Es ergab sich eine eindrückliche Bekanntschaft mit dem lettischen lutherischen Bischof Einars Alpe.

Das ehemals Graf Lambsdorff’sche Gutshaus in Brizule, der Ort unserer Sommercamps, wurde 2011 verkauft. Wo konnte es weiter gehen? Durch die Freundschaft mit Bischof Einars Alpe und die Initiative von Pastor em. Helmut Reier konnte das Sommercamp mit fast 100 Personen im Bischofssprengel Lettgallen  nahe Daugavpils neu beginnen: vom 13. bis 19. August 2012. Die Christuskirche, der Lions-Club Hamburg-Hansa und Freunde haben es wieder finanziell möglich ge-macht. Das wurde ein Pionierunternehmen, weil es dafür dort keine Erfahrungen gab.

Helmut Reier berichtete im Gemeindebrief der Christuskirche: Bischof Alpe ent-deckte und mietete eine weiträumige Anlage für Kinder- und Jugendarbeit, ein drei Hektar großes Waldgebiet mit lichtem Kiefernbestand, in der Mitte eine riesige Rasenfläche für Spiele, zahlreiche Angebote für Jugendliche, mit einem bewaldeten Abhang zu einem großen See zum Baden. Eine russischsprachige Pfingstgemeinde hat diese traumhafte Einrichtung aufgebaut.  Mit seiner Frau, seinen erwachsenen Kindern und mit 12 Gruppenleitern aus seiner lebendigen Heimatgemeinde in Balvi gestaltete Bischof Alpe ein Sommerprogramm, das alle begeisterte. Mit Morgen- und Abendandacht, geistlichen Liedern und Themen wurde christlicher Glaube prägend.

Die Resonanz bei den Eltern der Kinder war überwältigend. Noch Monate später erhielt Bischof Alpe Anrufe voller Dank. Er hatte 130 Anmeldungen - mehr als er aufnehmen konnte. Achteinhalb Stunden fuhr der große Bus über 430 km durch den Bischofssprengel, um an zehn Orten all die Kinder und Jugendlichen abzuholen. Zu  dem Höhepunkt, dem Gottesdienst zuletzt am Sonntag, kamen Eltern von weither.

Das 20-jährige Jubiläum unseres Sommercamps im Jahr 2013 - fehlt das Geld?

Das von ihm initiierte Projekt lässt Pastor Helmut Reier nicht los und so ist bereits fest geplant, dass auch im Jahr 2013 wieder ein Jugendsommercamp am gleichen Ort in Lettgallen stattfinden wird. Aus Anlass des 20-jähriges Bestehen sind einige der Gruppenleiter, die aus unserer Gemeinde an   früheren Sommercamps mitge-wirkt haben, entschlossen, dem Projekt mit ihrer Mithilfe zum Gelingen zu verhelfen. Zweckgebundene Spenden mit dem Hinweis „Lettland-Sommerlager“ sind bereits eingegangen.

Kirchentag in Hamburg 2013

Zum Kirchentag Anfang Mai 2013 in Hamburg ist eine lettische Gruppe, u.a. Bischof Einars Alpe, der Propst der Gemeinde Pinki Andris Kraulins, die Chorleiterin Ginta Petersone nach Hamburg gekommen. Der festliche Feierabendmahls-Gottesdienst am Freitag, 3. Mai 2013, war im Kirchentagsprogramm als deutsch/lettischer Gottesdienst angekündigt worden und wurde musikalisch gestaltet von der Bach Kantorei der Christuskirche und einem prachtvollen Bläserchor bestehend aus Bläsern aus Dubulti in Lettland und deren Partnergemeinde Itzehoe. Als Pastor Matyba sich erfreut über die volle Kirche äußerte, erwiderte Propst Kraulins: „Es ist ja auch halb Lettland hier“. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde noch fröhlich im übervollen Gemeindesaal gegessen und getrunken. Es bleibt abzuwarten, welche Perspektiven für eine Fortsetzung und Intensivierung der Partnerschaften bestehen oder ob es neue Ansätze geben wird.

Pastor em. Helmut Reier fasst seine Betrachtungen zum Thema wie folgt zusammen:  „Wer sich in kirchlicher Partnerschaftsarbeit engagiert, erlebt bewegende Augen-blicke. Viele Gemeinden in unserer Kirche haben lebendige und hilfreiche Partnerschaften. Das ist ein elementarer Ausdruck des Wesens unserer Kirche.“