|
Seit jeher ist die Orgelmusik eine der zentralen, tragenden Säulen im musikalischen Leben unserer Gemeinde. Mit der Beckerath-Orgel von 1936 steht der Christuskirche Othmarschen ein bedeutsames Instrument mit orgelbaulich namhafter Tradition zur Verfügung.
Es waren Fritz Heitmann und Günther Ramin, zwei Koryphäen der Orgelbauer-Zunft, des frühen 20. Jahrhunderts, die das Talent des jungen Orgelbauers Rudolf v. Beckerath erkannten und sein Voranschreiten mit Nachdruck förderten. Dank seiner Begabung und namhaften Mentoren war dieser, erst 29-jährig, bereits als freiberuflicher Sachberater für Orgelbau in Hamburg tätig. In dieser Funktion entwarf er 1936 das Instrument der Christuskirche Othmarschen. Finanziert und gestiftet von der Hamburger Unternehmerfamilie Reemtsma konnte das Instrument schließlich unter Beckeraths Leitung von der Firma Sauer aus Frankfurt/Oder gebaut werden.
Der klangliche Vergleich mit Orgeln, die nach Gründung seiner eigenen Firma 1949 entstanden (z.B in der Musikhalle/Laeiszhalle Hamburg, St. Petri Hamburg, Johanniskirche Düsseldorf), zeigt deutlich, dass das Instrument in der Christuskirche bereits die typische Klang-Charakteristik seines Erbauers aufweist.
Mit Recht können wir unser Instrument also als ‚erste Beckerath-Orgel' bezeichnen. Das Instrument ist in geradezu mustergültiger Weise dem Neobarock verpflichtet und beeindruckt trotz recht kleiner Disposition durch ihre klangliche Schönheit und nuancenreiche Vielfalt – der geschickten Verteilung und hervorragender Intonation der Stimmen sei dank.
Eine umfangreiche Überholung im Jahr 2004 ließ das Klangbild bewusst unberührt; so hören wir mit dieser Orgel noch heute ein authentisches und bedeutsames Zeugnis der Orgelbaugeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Die Dispsoition:
Hauptwerk (II) Quintadena 16’ Prinzipal 8’ Spitzflöte 8’ Oktave 4’ Oktave 2’ Mixtur 5f Trompete 8’ |
Oberwerk (III) Rohrflöte 8’ Gemshorn 4’
Blockflöte 2’ Nasat 2 2/3’ Terz 1 3/5’
Zimbel 3f Dulzian 16’ Bärpfeife 8’
Tremulant
|
Rückpositiv (I) Gedackt 8’ Rohrflöte 4’ Ital. Prinzipal 2’ Quinte 1 1/3’ Sesquialtera 2f Scharff 4f Krummhorn 8’ Tremulant |
Pedal Subbaß 16’ Prinzipal 8’ Oktave 4’ Nachthorn 2’ Rauschpfeife 2f Mixtur 4f Zink 4’ Posaune 16 |
Zimbelstern
Koppeln als Zug und Tritt: HW/Ped, OW/Ped, RP/Ped, OW/HW, RP/HW
Mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur
Setzeranlage mit 4000 Kombinationen |